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36 Crazyfists
A Snow Capped Romance
Roadrunner Records
(VÖ: 15.03.04)

Mit ihrem vor zwei Jahren veröffentlichten Debütalbum „Bitterness The Star“ konnten 36 Crazyfists in der Metalszene einige Aufmerksamkeit erlangen.

Wie der Titel der CD schon ahnen lässt, kam das Quartett aus Alaska mit einem harten und ganz und gar nicht fröhlichen Werk um die Ecke. Stilistisch irgendwo zwischen Hardcore und Crossover angesiedelt, die Plattenfirma strapaziert hierfür den Begriff Post-Hardcore, avancierte die Band schnell zum Geheimtipp in der Szene. Für das Debüt und auch für die folgenden Liveshows erntete man gute Kritiken und irgendwann musste man sich der schwierigen Aufgabe stellen, das zweite Album einzuspielen.

Schon währen der Tour zu „Bitterness The Star“ merkte die Band, dass es an der Zeit war, positivere Songs zu schreiben. Die depressive Phase war überwunden, man wollte sich den schönen Seiten des Lebens zuwenden. Und davon gibt es ja genug. Vor allem offenbar für eine Band aus Aalska. So wurde „A Snow Capped Romance” über weite Strecken eine Hommage an die Heimat der Band, die nun ihr Hauptquartier in Portland aufgeschlagen hat.

Aber nicht nur die inhaltliche Ausrichtung hat sich geändert, auch der Gesang von Brock Lindow hat sich dem angepasst und ist wesentlich variabler geworden. Hatte Lindow sich beim Debüt noch hauptsächlich in den höheren Tonlagen bewegt und als begnadeter Screamer erwiesen, entdeckte er nun auch die tieferen Töne. Daher wirkt sein Gesang nun viel entspannter und souveräner. Diese Souveränität färbt auch auf die anderen Bandmitglieder ab, sodass das gesamte Spiel der 36 Crazyfists ausgereifter wirkt als noch vor zwei Jahren. 

Bei aller neu entdeckten Ruhe und Romantik bleibt aber auch die gesunde Härte und Aggressivität nicht auf der Strecke. Ganz im Gegenteil geht es mächtig zur Sache auf „A Snow Capped Romance“. Dabei bildet der Hardcore noch immer die Grundlage allen musikalischen Schaffens. Nur variiert die Band mittlerweile geschickt Geschwindigkeit, Stimmung und Intensität der Songs. 

So ist ein sehr abwechslungsreiches Album entstanden, mit dem den 36 Crazyfists  der Schritt von den gefeierten Talenten hin zur festen Größe in der Szene eindrucksvoll gelungen ist. Wer ein Faible für harte Musik hegt, kommt an dieser Band nicht mehr vorbei.
 

Tracklisting
1. The End Of August (3:57)
2. The Heart And The Shape (3:12)
3. Bloodwork (3:19)
4. Kenai (2:48)
5. Skin And Atmosphere (4:11)
6. Song For The Fisherman (1:26)
7. With Nothing Underneath (3:30)
8. Destroy The Map (3:48)
9. Installing The Catheter (3:52)
10. Cure Eclipse (3:32)
11. Waterhaul (4:52)