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Abscess
Through The Cracks Of Death
Peaceville/Snapper/SPV CDVILLE 116
(VÖ: 23.09.02)

Für einige Spielarten der Rockmusik braucht man ein geübtes Ohr, um sie wirklich genießen zu können. Das gilt zum Beispiel für einen Groteil der Psychedelic Music. Auch einige Kategorien des Metal mögen sich dem ungeübten Hörer nur schwer zu erschließen. Hierzu zählt sicherlich auch der Death-Metal, kommt dieser doch für gewöhnlich ganz besonders hart, aggressiv und gerne auch düster daher.

Dass es sich dennoch lohnt, sich auch auf diesen vermeintlichen Lärm einzulassen, beweisen einige prominente Death Metal Acts. Zu ihnen zählt auch die aus Kalifornien stammende Formation Abscess. Hervorgegangen ist das Quartett – soviel sei für den Kenner des Genres angemerkt – aus den Ruinen von Autopsy, die 1996 die Segel streichen musste. Deren beide Mitglieder Chris Reifert und Danny Coralles hatten schon ein Jahr vor Autopsy’s Ende mit einer neuen Formation zu experimentieren begonnen und noch im selben Jahr mit „Urine Junkie“ ein nicht völlig unumstrittenes Debüt hingelegt. Das etwas unappetitliche Cover der Scheibe sorgte hierbei insbesondere für Kontroversen.

Nun ja, auch das Artwork der aktuellen CD „Through The Cracks Of Death“ ist nicht gerade von Lieblichkeit geprägt, bewegt sich aber noch völlig im Rahmen des für den Metal „Normalen“. Die Musik, die auf den Silberling gebannt ist, ragt indes ein gutes Stück aus dem Normaler hervor. Neben den schon eingangs erwähnten konstituierenden Merkmalen des Death-Metal zeichnet eine große Variabilität die Musik von Abscess aus. Da wird mitnichten nur geknüppelt, sondern auch mal klug der Fuß vom Gas genommen. Auch abwechslungsreiche Melodiewechsel haben und die vier amerikanischen Musiker zu bieten. Sänger Chris Reifert weiß zudem seiner Kehle nicht ausschließlich die berüchtigten Death-Grunts zu entlocken, nein er kommt bisweilen schon fast zahm daher. 

Insgesamt  haben wir es hier also mit einem ebenso interessanten wie hochklassigen Album zu tun, das aber immer noch ganz klar im Death-Metal verwurzelt ist. Zart Besaitete Gemüter sollten also einen Erziehungsberechtigten konsultieren, bevor das Album zum ersten Mal konsumieren.
 

Tracklisting
1. Raping The Multiverse
2. Mourners Will Burn
3. Through the Craclks Of Death
4. Escalation Of Violence
5. Serpent Of Dementia
6. An Asylum Below
7. Tomb Of The Unknown Junkie
8. Monolithic Damnation
9. Die For Today
10. 16 Horrors
11. Vulnavia