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Backstab
Aiki Taiso
XIII BIS/Indigo 1378-2

In den 90er Jahren feierte die Rockmusik härterer Gangart ganz unerwartet  eine Renaissance. Eigentlich hatte man den Metal in all seinen Spielarten schon fast abgeschrieben und als Pläsier für eine immer kleiner werdende Fangemeinde eingeordnet, da begann der Crossover seinen Siegeszug.

Diese Fusion aus hartem Metal mit sägenden Gitarren und dem HipHop erwies sich als der Renner überhaupt. Einige Zeit lang zeichnete sich der Crossover dann auch durch große Kreativität und Frische aus. Wie das aber häufig vorkommt, verlor langsam aber sicher auch dieses Genre seine Frische. Immer mehr Bands und Labels wollten sich schnell noch ein Stück vom Erfolgskuchen abschneiden und so bevölkerten immer mehr Klone die Szene, deren Musik sich allenfalls noch in Nuancen voneinander unterschied.

Glückleicherweise gab und gibt es indes immer wieder Combos, die auch heutzutage ihrer Kreativität freien Lauf lassen und auf der Suche nach ungewöhnlichen und interessanten Mischungen und Klängen fündig werden. Eine dieser Bands heißt Backstab und ist in der Französischen Hauptstadt Paris beheimatet. 

Backstab gründete sich bereits Mitte der 90er Jahre, zur Hoch-Zeit des Crossover also. Ihr Debüt-Album „Aiki Taiso“ kommt allerdings erst jetzt auf den Markt. Dass die Jungs von Backstab also keine Anfänger mehr sind, merkt man diesem Werk deutlich an. Musikalisch wirkt die CD ausgereift und auch die Produktion ist vom Feisten.

Stilistisch bieten die Franzosen eine Mischung, wie man sie in dieser Form bislang noch nicht geboten bekam. Die Grundlage nahezu aller Songs bilden dabei arabische Melodien und Songstrukturen. Die kommen mal stärker zur Geltung, wie beispielsweise im Intro zu „L’oeil Du Clone“ oder bei „Sabbath“, dann wieder klingen sie lediglich im Hintergrund an. Dazu gesellen sich dann Elemente aus der modernen Clubmusik, dem Industrial und natürlich eine satte Portion Metal. Hin und Wieder greifen die Jungs zudem zu ein paar Samples und Soundspielereien. Bei aller Verschiedenheit dieser Zutaten gelingt es Backstab immer, sie zu einer Einheit zu verschmelzen. Da wirkt nichts bemüht, das passt einfach!

„Aiki Taiso“ ist als ein wirklich bemerkenswertes Debüt geworden, das jedem Rockfan hiermit wärmstens ans Herz gelegt sei. Allerdings sollte man sich ein wenig Offenheit  ungewohnten Klängen gegenüber bewahrt haben, um das Album in vollen Zügen genießen zu können.

Tracklisting
1. Inspirez...
2. El Tiempo
3. Démons
4. L’oeil Du Clone
5. Aiki Taiso
6. Bruises
7. Sabbath
8. Plexus
9. Opaque
10. Le 8éme Samourai
11. Fractal
12. 100 Soleils
13. This Is What We Get
14. Expirez..