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Past Times With Good Company Steamhammer/SPV 092-74492 DCD (VÖ: 28.10.02) Ritchie Blackmore ist jeden Rockfan natürlich bestens bekannt. Insbesondere in en 70er und 80er Jahren stand der Gitarrist zusammen mit Deep Purple und Rainbow an der Spitze der internationalen Hardrock-Acts. In den 90ern schließlich wurde es merklich ruhiger um Blackmore und seine Combos. Nach einigen Hin und Her stieg er endgültig bei Deep Purple aus und auch eine Reunion von Rainbow gestaltete sich wenig erfreulich. Wer Rainbow in dieser Phase einmal live gesehen hat, musste bemerken, dass Ritchie nicht mit viel Freude bei der Sache war. Lustlos spulte er seinen Part ab, nicht selten unterbrach er Songs gar, weil er keine Lust mehr hatte. Der harte Rock war offenbar nicht mehr Blackmore’s Ding. Zu diesem Zeitpunkt hatte er schon seine Liebe zur Renaissance Musik und zum mittelalterlich geprägten Folk entdeckt. Zusammen mit seiner Lebensgefährtin Candice Night rief er die Formation Blackmore’s Night ins Leben, um sich fortan diesen akustisch dominierten Klängen zu widmen. Dieses musikalische Experiment erwies sich nicht nur als langlebig – schließlich kann man in diesem Jahr 5-jähriges Bandjubiläum feiern – sondern auch als recht erfolgreich. Blackmore’s Fans schienen seinen stilistischen Wandel durchaus zu goutieren, die Alben von Blackmore’s Night konnten gute Charts-Platzierungen verzeichnen. Aber nicht nur die Studioarbeit gestaltete sich erfolgreich, auch auf der Bühne bot (und bietet) das Ensemble hervorragende Arbeit. Dabei treten sie besonders gern in alten Schlössern und Burgen, in Kirchen und auf Mittelalter-Festen auf. Während der letzten Tour nur lief häufig ein Recorder mit und nun ist mit „Past Times With Good Company“ das erste Livealbum erschienen. Auf der Doppel-CD befinden sich neben 13 Blackmore’s Night-Lieder auch zwei alte Songs: „Soldier Of Fortune“ von Deep Purple und der Rainbow Klassiker „16th Century Greensleeves“. Ritchie scheint mittlerweile also auch mit dieser Schaffensphase wieder seinen Frieden geschlossen zu haben. Doch zurück ins hier und jetzt. Auf den beiden CDs wechseln sich ruhige, meditative Passagen mit ausgelassenen Tänzen ab. Dabei weiß das ganze Ensemble durch Präzision und Spielfreude zu glänzen. Insbesondere die häufigen Tempowechsel während der bisweilen recht langen Songs bereitet den Akteure keinerlei Schwierigkeiten. Candice Nights Gesang klingt ein wenig kraftvoller und rauer als beispielsweise Loreena McKennitt, die sich ja auch erfolgreich in diesem Genre produziert. Doch gerade so fügt sich ihre Stimme prima in den Gesamtsound der Band ein. Mit seiner neuen Formation hat Ritchie Blackmore eine Menge Fans auch außerhalb der Hardrock-Gemeinde gewinnen können. „Past Times With Good Company“ dürfte daher auch nicht nur alten Deep Purple und Rainbow Freunden gefallen (denen natürlich auch), sondern allen Anhängern guter Musik. |
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