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Sonic Boulevard Inside Out/SPV (VÖ: 08.09.03) Nun ist er da, der goldene Herbst und nicht nur Freunde bunter Blätter und anderer jahreszeitlich bedingter Freuden werden in diesen Jahr wieder voll und ganz auf ihre Kosten kommen. Nein, auch den Anhängern des Progrock bestehen goldenen Zeiten bevor. Eigentlich schien das Genre, ähnlich den Dinosauriern, mit denen die guten alten Progrock-Bands auch gerne mal verglichen wurden, zum Aussterben verurteilt zu sein. Zu Beginn er 90er Jahre krähte schließlich kaum noch ein Hahn nach dieser Musik. Si erschien viel zu komplex, um den Plattenproduzenten eine schnelle Mark zu garantieren und auch das Publikum schien zu trägre zu sein, sich auf solch vielschichtige Produktionen einzulassen. Doch dann begann sich die Szene langsam, aber sicher wieder zu regen. Eine der Bands, die man zu den Pionieren dieses vorsichtigen Revivals zählen muss, ist „The Flower Kings“. Mittlerweile gibt es schon wieder eine ganze Reihe vielversprechender Combos und auch die Fangemeinde wächst wieder. In diesem Herbst nun gelangen einige ganz besondere Progrock-Alben in die Plattenläden. Über die neue CD von Kaipa, einem Projekt das im Umfeld der Flower Kings angesiedelt, wenn auch wesentlich älter als diese Band, ist, konnten wir erst kürzlich Erfreuliches berichten. Nun wollen wir uns Tomas Bodin, seines Zeichens hauptamtlicher Keyboarder der Flower Kings, und seinem aktuellen Soloalbum zuwenden. „Sonic Boulevard“, so heißt die Scheibe, steht seit einigen Tagen in den Plattenläden und so selbstverständlich, wie diese Aussage klingt, ist das Ganze gar nicht. Denn ursprünglich sollte das Album lediglich eine Low-Budget-Produktion werden, auf der Bodin ein wenig vor sich hinklimpert, und dann ausschließlich im Internet vertrieben werden. Als allerdings Roine Stolt das Rohmaterial in Finger bekam, zeigte der sich dermaßen begeistert, dass er Bodin schließlich überredete, ein „richtiges“ Album einzuspielen. Er brachte auch gleich nahezu die komplette Flower Kings-Mannschaft mit, so dass es kein Zurück mehr gab für den Keyboarder. Hört man sich
das Ergebnis nun an, kann man Herrn Stolt nur für seinen Einsatz dankbar
sein, denn „Sonic Boulevard“ ist ein wirklich tolles Progrock-Album geworden,
das alle Zutaten enthält, die die Fangemeinde zu schätzen weiß.
Die Scheibe kommt sehr abwechslungsreich daher und lotet das gesamtre Spektrum,
in dem sich der Progrock für gewöhnlich bewegt, aus. Mal begibt
Bodin sich dabei in die Nähe des Jazz, dann wieder dominiert der Rock,
schließlich klingt das Album phasenweise nach eine Film-Soundtrack.
Nie übertreibt er dabei, das rechte Maß der Dinge steht für
Bodin hier stets im Mittelpunkt und so hat er zusammen mit seinen Kollegen
in feines Album eingespielt, das den richtigen Auftakt für einen goldenen
Progrock-Herbst bildet.
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