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The First Decade InsideOut/SPV (VÖ: 29.09.03) Als ich zum ersten Mal das California Guitar Trio wahrgenommen habe, spielten sie im Vorprogramm von King Crimson, das war im Jahr 1996. Ihr Auftritt stellte ein der seltenen Gelegenheiten dar, bei denen die Vorgruppe das Publikum nicht nervte, sondern fesselte. Seitdem sorgen neue Veröffentlichungen der drei Gitarreros regelmäßig für wohlige Spannung bei mir, enttäuscht haben mich Bert Lams, Hideyo Moriya und Paul Richards seither mit keinem Album, das ich gehört habe. Die Geschichte des Trios geht bis ins Jahr 1987 zurück. Damals trafen sich die drei Musiker bei einem Gitarrenworkshop, den Robert Fripp, Mastermind und Saitenakrobat von King Crimson, in England abhielt. Die nächsten drei Jahre waren sie als ein Teil von Fripps League Of Crafty Guitarists unterwegs, bis sie schließlich 1990 die eigene Band gründeten. Drei weitere Jahre gingen indes ins Land, bevor mit „Yamanashi Blues“ das Debüt-Album in die Plattenläden kam. Das war also vor zehn Jahren, Zeit also nun ein kleines Jubiläum zu feiern und wie sollten Musiker so etwas gebührender feiern als mit einem Best Of...-Album? Und so erscheint dieser Tage mit „The First Dekade“ die künstlerische Rückschau des California Guitar Trios auf das erste Schaffensjahrzehnt dieser Band. Mit 19 Tracks ist dieses Album durchaus opulent ausgefallen, aber wer es durchhört merkt schnell, dass so viele Songs auch nötig sind, um die ve4rschiedenen musikalischen Facetten dieses Trios gebührend zu würdigen. Denn das, was die drei Musiker in den vergangenen zehn Jahren auf Tonträge gebannt haben, geht weit darüber hinaus, was man sich gemeinhin unter Musik, die mit drei akustischen Gitarren fabriziert wird, vorstellt. Das liegt natürlich zum einen daran, dass das CGT sich immer mal wieder gerne Gäste ins Studio geladen hat (so gaben sich unter Anderem Par Mastelotto und Tony Levin von King Crimson sowie der Saxophonist Bill Janssen die Klinke in die Hand), um dem eigenen Sound noch weitere Instrumente hinzuzufügen. Andererseits liegt das aber auch an der Experimentierfreude der drei Gitaristen. Immer wieder versuchten sie, ihre eigenen Grenzen neu auszuloten und weiter zu stecken. Diese Entwicklungen lassen sich sehr schön anhand des Albums nachvollziehen: Das geht zunächst rechtkonventionell an den Start, halt so, wie man sich Musik, die von drei akustischen Klampfen erzeugt wird, nun einmal vorstellt. Dabei gibt es den ein oder anderen Ausflug in den Blues, auch jazzigen Anklänge sind leicht auszumachen und gerne einmal bekommen die Songs einen etwas meditativen Charakter. Das Ganze zeigt aber auch in diesem frühen Stadium schon von hoher Qualität und offenbart das große technischen Können der drei Gitarristen. Mit zunehmender Spieldauer mischen sich immer mehr experimentelle Klänge ins Geschehen ein, der meditative Charakter der Musik tritt deutlich in den Hintergrund. Jetzt taucht der ein oder andere schräge Moment auf, es werden Grenzen neu gezogen und die Gastmusiker tragen das Ihre dazu bei, dass man vor (angenehmen) Überraschungen nie sicher sein kann. Somit legt „The Forst
Decode“ also von einer bewegten und erfolgreichen Bandkarriere Zeugnis
ab. Vor allen zeigt die CD, dass das California Guitar Trio niemals auf
der Stelle stillstand, sondern sich immer auf der Suche nach neuen Sounds
und neuen Herausforderungen befand. Ein schönes Album, nicht nur für
ausgewiesen Freunde der akustischen Gitarre.
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