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Reptile WEA Der „Musik Express“ nannte Eric Clapton einmal den „zur Legende gewordenen Gitarrengott“ (und nicht nur der fand solch obskure Umschreibungen) und für viele Fans stellt ein Konzert des Meister das größte Ereignis ihres Lebens dar. Clapton selbst ist ein derartiger Kult ein wenig suspekt, schließlich sei er doch lediglich ein Gitarrist und dafür müsse man weder sonderlich intelligent noch sonst irgendwie ein Vorbild sein, gab er schon Ende der 60er Jahre zu Protokoll. Seinen Ruhm als Gitarrist begründete Clapton in seiner Zeit bei Cream, Blind Faith und Derek & The Dominos, allesamt Bands, die man zu den ganz Großen im Musikgeschäft zählen muss (auch wenn ihre Lebenszeit bisweilen nur recht kurz währte). Grandiose und oft lang andauernde Gitarrenimprovisationen prägten in dieser frühen Phase seinen Stil. Mittlerweile hält Clapton sich vornehm zurück, wenn es darum geht sein Instrument zu traktieren, aber nach wie vor zählen seine Scheiben zu den Highlights, werden ungeduldig erwartet und fleißig gekauft So auch „Reptile“, sein aktuelles Werk. Auch auf dieser Scheibe geht der Meister der Gitarre – wie schon bei seinen letztes Alben – sehr relaxt zu Werke. Wer also nicht enden wollende Gitarrenorgien erwartet, wird enttäuscht. Doch solche Kabinettstückchen (so nett sie auch sein mögen) hat Herr Clapton nicht mehr nötig, er weiß sich klug zurück zu halten und zeigt dennoch mit jeden Ton, dass er seine Saiteninstrumente meisterlich beherrscht. Stilistisch präsentiert sich „Reptile“ sehr variabel. Das Titelstück beispielsweise, das auch den Auftakt der CD bildet, kommt sehr entspannt und ruhig daher. Es würde auch gut auf die vielumjubelte Unplugged-CD passen. Aber es geht nicht immer so cool zu: Das J.J. Cale-Cover „Travelin’ Light“ zum Beispiel wartet mit einer Menge Power auf. Ansonsten findet man alle Zutaten, die Clapton-Alben seit langem zu einem Genuss machen: Blues, Rock, ein bisschen Gospel und hin und wieder leicht dahinfließende Popmelodien, alle von exzellenten Musikern dargeboten. Mit diesem Album stellt Eric Clapton wieder einmal klar, dass er auch mit Mitte 50 noch zu den besten derzeit aktiven Musikern zählt. Ein weiteres Meisterwerk geht auf sein Konto. |
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