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We Built The Bridge Bell Records BLR 84206 Auf den ersten Blick scheint das Musikgeschäft heutzutage von spektakulär gecasteten Popsternchen, von denen in einem Jahr schon niemand mehr sprechen wird, beherrscht zu sein. Noch immer versucht ein Teil des 'Biz den schnellen Euro zu machen, ohne sich darüber klar zu sein, dass die Superstar-Welle irgendwann einmal abebben wird und dann plötzlich wieder andere den Profit einstreichen. Zum Glück denken nicht alle Plattenfirmen so und es gibt auch immer wieder Musiker, die sich vom Superstar-Virus nicht anstecken lassen. Einer dieser Musiker ist Conny Conrad. Er ist schon seit 14 Jahren im Geschäft und kann auf einige recht erfolgreiche Produktionen zurückblicken (u.a. stammt der Song zur Leichtathletik WM in Stuttgart aus seiner Feder). Insgesamt haben sich weltweit schon mehr als 1 Million Tonträger, für die Conrad die Verantwortung trägt, verkauft. Ein unbeschriebenes Blatt ist er also keinesfalls. Seit langem hegt er nun schon ein Faible für den Progrock nach 70s Machart – und liegt damit natürlich meilenweit neben dem Geschmack des Musikpublikums. Davon unbeirrt zog Conrad aber sein Ding durch, suchte sich drei gleichgesinnte Mitstreiter und hob dir Formation Dark Ocean aus der Taufe. Mit „We Built The Bridge“ ist nun schon vor einiger Zeit das Debüt-Album der Band veröffentlicht worden. Uns ist es erst jetzt in die Fänge geraten und deshalb stellen wir es hier nun mit Verspätung vor. Nach eine etwas verhaltenen Beginn – insbesondere der zweite Song „Middle Of Babylon" wabert noch irgendwo im musikalischen Niemandsland herum – gewinnt die CD mit jeden Track an Qualität. Und ehe man sich versieht steckt man mittendrin, im schönsten Progressive-Rock. Dabei loten Dark Ocean die ganze stilistische Bandbreite, die das Genre bietet, aus. Mal geht es etwas poppiger zu Werke, dann bekommt der Sound eine hymnische Note verpasst und hin und wieder packen die vier Musiker auch mal den Hammer aus und lassen es ordentlich rocken. Durch all diese unterschiedlichen musikalischen Ausrichtungen und Stimmungen bewegen sich Dark Ocean mit gleichbleibender Leichtigkeit, man merkt schnell, dass hier Profis am Werk sind. Insgesamt stellt „We
Built The Bridge“ Balsam für die geschundenen Progrock-Fanseelen dar,
die sehnsüchtig auf neues, brauchbares Songmaterial für ihre
Sammlungen warten. Aber auch solche, die erst einmal vorsichtig reinschnuppern
möchten, sind mit dem Album gut bedient.
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