Home

Links
Bands A-F
Bands G-M
Bands N-S
Bands T-Z
Musik allgemein
Labels
Fanclubs

Tonträger
Aktuell
Re-Releases
Archiv
Shops

Krautrock-Archiv

Demigod
Shadow Mechanics
Spikefarm Records NAULA 024

Es ist mittlerweile kein Insider-Geheimnis mehr, dass aus Skandinavien eine Menge  hervorragender Metal-Acts stammen. Insbesondere besonders düstere und/oder besonders kompromisslose Klänge kommen dabei aus dem hohen Norden. Ob das an den langen Winternächten liegt oder doch eher als Erbe der nicht gerade zimperlichen Wikinger verstanden werden muss, sei an dieser Stelle einmal dahingestellt. Hauptsache es kracht...

Auch die Formation, von der nun die Rede sein soll, kann es richtig schön krachen lassen. Aber auch die düsteren Seiten des Metal sind den sieben Musikern von Demigod nicht fremd. Und so haben wir es hier mit einer Band zu tun, deren Tonträger zum einem natürlich von gesunder Härte geprägt sind, die aber darüber hinaus eine Menge musikalische Abwechslung zu bieten haben. Damit wäre dann auch sogleich das Vorurteil entkräftet, Anhänger der härteren Gangart in der Rockmusik seien Einfaltspinsel, die wenig mehr als brutales Geknüppel zustande brächten.

An dieser Stelle sei nun aber erst einmal ein kleinen Blick in die Bandgeschichte gewagt. Demigod gibt es nämlich schon seit Beginn der 90er Jahre. 1992 erschien ihr Debüt „Slumber Of Sullemn Eyes“, ein Album, das in Fachkreisen und bei den Metalfans für großes Aufsehen sorgte. Und trotz dieses guten Beginns wollte es mit der Karriere nicht so richtig weiter gehen. Es folgten zwar noch zwei bemerkenswerte Promo-Tapes, die Demigod musikalisch in etwas härtere Gewässer führten, aber dann war erst einmal Schicht im Schacht. Ein erster Wiederbelebungsversuch Mitte der 90er Jahre fruchtete auch nicht wirklich und so legte man das Projekt abermals auf Eis. 1998 schließlich wurden die Entzugserscheinungen der Bandmitglieder zu groß und so hoben sie Demigod ein drittes Mal aus der Taufe. 

Diesmal scheint sich die Angelegenheit dauerhafter zu gestalten. Im vergangenen Jahr gelang es den Jungs einen Plattenvertrag beim Finnischen Label Spikefarm Records zu ergattern und nun liegt mit „Shadow Mechanics“ der zweite Longplayer vor.

Wie schon eingangs erwähnt wissen die sieben Musiker hier vor allem durch ihre Variabilität und das gleichbleibend hohe musikalische Niveau zu gefallen. Die Songs sind durch das präzise Riffing der beiden Gitarristen Jussi Kiiski und Tero Laitinen geprägt. Da gleich drei Bandmitglieder zum Mikro greifen können, verfügt Demigod auch für jede Stimmung über den richtigen Vokalartisten. Mal growlt es in bester Death-Metal-Tradition, dann wieder ist ein eher konventioneller Rockshouter an der Reihe. 

Die beiden Herren von der Rhythmus Sektion Sami Vesanto (bg) und Seppo Taatila (dr) sorgen zudem bei allen Songs für ein solides Fundament. Dabei meistern sie jede Geschwindigkeit spielend und mit gleichbleibend hohem Einsatz. Für die besonderen Akzente sorgt schließlich Keyboarder Mika Haapasalo, dessen Instrument nur spärlich, dafür aber um so effektiver eingesetzt wird.

Insgesamt ist Demigod hier eine wirklich prima Scheibe gelungen, die auch nach mehrmaligen Hören immer wieder Spaß macht. Sicherlich wird hierzulande nicht jeder Metalfan die Band kennen, diese Wissenslücke gilt es allerdings schleunigst auszumerzen. „Shadow Mechanics“ stellt dabei eine hervorragende Visitenkarte dar.

Tracklisting
1. My Blood, Your Blood (4:06)
2. In The Mirrors (3:52)
3. Lost Within (4:48)
4. Where The Shadows Clash (3:52)
5. Trail Of Guilt (4:21)
6. Gates Of La-
mentation(2:21)

7. Silent With Earth (3:32)
8. Derailed (2:58)
9. Crimson Tears (5:32)
10. Drifting (4:25)
11. Burning (5:11)