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Ice Cream Phoenix Hypertension HYP 3219 (VÖ: 10.06.03) Seit der Veröffentlichung der wundervollen Live-CD „Pueblo Woman“ der Electric Family ist viel Wasser der Rhein heruntergeflossen. Aber man hat es nicht eilig bei der Familie, viel lieber arbeitet der Musikerverbund ruhig und ohne jeglichen Druck an seinen jeweiligen Projekten. Und so stellen ihre Produktionen jedes Mail wieder ganz besondere musikalische Perlen dar. Mit „Ice Cream Phoenix“ ist nun, fast drei Jahre nach der Liveplatte, ein neues Album der Electric Family fertiggestellt. Der gleichnamige Song von Jefferson Airplanes Album „Crown Of Creation“ stand dabei Pate für den Titel dieser Scheibe und damit ist auch schon ein wenig über die CD selber ausgesagt. Ebenso wie Jefferson Airplane bewegt sich die Electric Family musikalisch in den Weiten der psychedelischen Musik. Die bildet so etwas wie die Grundlage aller Songs, den gemeinsamen Nenner. Hinzu kommen – je nach Track verschieden gewichtet – Einflüsse aus Country & Western, Krautrock, Punk, Jazz, Spacerock, ein wenig Ethno und Gothic. Bisweilen macht das Ganze gar einen Schritt in Richtung Trance und Ambient. Aus all diesen Zutaten hat sich die Family im Laufe der vergangenen sechs Jahre (so lange existiert der Verbund) ihren ganz eigenen Stil gebastelt. Acht Songs finden wir auf „Ice Cream Phoenix“, sie alle sind geprägt von einem sicheren Gespür für einprägsame Melodien und sorgfältigen Arrangements, die jeden Song eine ganz eigene Dramaturgie verleihen. Häufig lässt man sich dabei, wie beispielsweise beim Opener „Solid Structure“, viel Zeit, lässt die Spannung langsam steigen indem sich immer mehr Instrumente ins Geschehen einmischen, bis alles zu einem fulminanten Finale gelangt. Ähnlich aufgebaut ist die einzige Coverversion des Albums, Pink Floyds „Careful With The Axe, Eugene“, das die Family in einer tollen Bearbeitung präsentiert. Einen entsprechenden Weg verfolgt die Band auch auf dem gut 11-minütigen „Landmark Visions“, das mit seinen großartigen Gitarren und den geschickt eingesetzten Keyboards einen weiteren Höhepunkt des Albums markiert. Der US-Autor David
Fricke, der die ausführlichen Liner Notes zum Album verfasst hat,
kommt zu dem Schluss: „Man kann sich in dieser Platte verlieren.“ Dieser
Aussage kann man uneingeschränkt zustimmen. „Ice Cream Phoenix“ zieht
den Hörer schon nach wenigen Klängen in ihren Bann und lässt
ihn auch nach knapp 47 Minuten, wenn der letzte Ton verklungen ist, so
schnell nicht wieder los.
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