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Visor om sluted Spikefarm Records Naule 033 (VÖ: 22.04.03) Wir wissen, dass sich die Damen und Herren in den Metal-Szene gerne einmal in der Mythologie bedienen, wenn es um ihre Musik geht. Gerne geht es dann auch um sagenhafte Wesen wie zum Beispiele die Trolle. Trolle tauchen insbesondere in der nordischen Mythologie auf und bezeichnen dort dämonische Wesen, die in Riesen- oder Zwergesgestalt, auf jeden Fall aber extrem daherkommen können. Sie gelten allgemein als erdverbunden, gerade heraus und ihnen wird häufig ein gewisser Hang zur Gewalttätigkeit angedichtet. Auf jeden fall geht es bei Trolls zu Hause immer mächtig zur Sache, man gibt sich den Vergnügungen, die das Leben so bereithält, ebenso ausgiebig hin, wie man den Mühen des täglichen Daseins trotzt. Wir wollen nun einen Blick ins Jahr 1997 werfen und uns der Menschenwelt zuwenden. Nach irgend einer schwer durchzechten Nacht trafen die beiden Musiker Somnium und Katla, beide noch heftig angeschlagen, aufeinander. Da beide ihre Instrumente dabei hatten, begannen sie ein wenig zu jammen. nach und nach kristallisierte sich so ein Sound heraus, der irgendwo zwischen Folkmetal und finnischer Humppa-Musik angesiedelt war. Das klang soweit schon ganz gut und unsere beiden Helden entschlossen sich, ihre Experimente auf solide Füße zu stellen und eine Band zu gründen. Finntroll war aus der Taufe gehoben. Es dauerte noch eine ganze Weile, bis das komplette Line-Up der Band stand (das Demo-Tape spielte man beispielsweise noch mit einer Drum-Machine ein), aber 1999 war es dann endlich so weit: Finntroll waren komplett. Die Kunde von dieser Band drang auch recht bald bis zum Label Spikefarm vor, die die Kapelle schließlich unter Vertrag nahmen. 1999 erschien schließlich „Midmatters widunder“, das Debüt-Album der Trolle. Der Silberling enthielt neun Tracks, die sowohl bei den Folkmetallern wie auch in der Black-Metal-Szene Gefallen fanden. Mit dem zweiten Album gelang Finntroll der Durchbruch auch international. Sie spielten u.a. in Wacken einige umjubelte Konzerte und es schien ihnen eine große Zukunft bevorzustehen. Aber dann verlor Gründungsmitglied und Sänger Katla plötzlich wegen eines Tumors seine Stimme und musste aus der Band ausscheiden. Die nächsten Monate auf Tour wurde er von verschiedenen Sängern ersetzt, aber irgendwie tat man sich schwer, einen richtigen Ersatz zu finden. Die Zukunft der Band stand auf des Messers Schneide. Schließlich wurden Finntroll doch noch fündig und nun präsentieren sie mit Wilska einen neuen Vokalisten im Line-Up. Mit ihn zusammen spielten sie auch das nun vorliegende Album „Visor om sluted“ ein, ein gut 30-minütiges Mini-Album, das mit einer großen Überraschung aufwartet: das gute Stück ist nämlich ausschließlich mit akustischen Instrumenten aufgenommen. Dadurch verliert die Musik natürlich deutlich an Härte, aber die bekannte Dramatik und Düsterkeit bleibt den einzelnen Tracks erhalten, sie kommen bisweilen sogar sehr bombastisch daher. „Visor om slutes“ ist
sicherlich ein vollkommen untypisches Finntroll-Album geworden, an das
sich die Fans erst gewöhnen müssen, aber nichts desto Trotz kann
man dieser Ausflug ins Akustischen durchaus als gelungen bezeichnen. Wer
ein Faible für Folkmetal hegt, dürfte auch seinen Spaß
an diesem . recht un-metallischen – Album haben. Trotzdem wär’s schön,
wenn Finntroll es beim nächsten Mal wieder so richtig krachen lassen
würden...
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