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Lita Ford
Greatest Hits Live
SPV 085-74892 CD
(VÖ. 17.02.03)

Keine Frage, auch heutzutage haben es Rockmusikerinnen nicht leicht. Im Gegensatz zu ihren männlichen Kollegen fällt es ihnen wesentlich schwerer, sich Gehör zu verschaffen, bis nach ganz oben schaffen es nur ganz wenige. Im Hardrock- und Metalbereich stellt sich die ganze Situation sogar noch ein wenig beschwerlicher dar.

Zumeist fungieren die Musikerinnen hier lediglich als hübsche Staffage, ihre musikalischen Leistungen werden nur höchst selten wahrgenommen,. Einige haben es dennoch zu internationalen Ehren gerbacht. Doro Pesch zählt zu den wenigen aktuellen weiblichen Stars im Metalgeschäft.  Lita Ford, um die es nun gehen soll, ist hierzulande etwas weniger bekannt, und dennoch zählt auch sie zu allgemein anerkannten Metalerinnen.

Fords Karriere begann zusammen mit Joan Jett bei den Runaways. Von dieser Band trennte sie sich allerdings zu Beginn der 80er Jahre, um an einer Solokarriere zu basteln. Nach ein paar Startschwierigkeiten gelang ihr schließlich mit der Single „Kiss Me Deadly“ ein erster Chartserfolg in den USA. „Close Your Eyes Forever“, ein Duett mit Ozzy Osbourne, schaffte es gar in die Top Ten und wurde zum bis dahin größten Erfolg der Musikerin.

Nach der Veröffentlichung des 1994er Albums „Black“ wurde es ruhig um Lita Ford. Sie verschwand zwar nicht gänzlich von der Bildfläche, beschränkte sich aber auf Live-Aktivitäten. Fast zehn Jahre dauerte die Plattenabstinenz, bis nun mit „Greatest Hits Live“ eine neue Lita Ford-Scheibe in die Plattenläden kommt.

Auf dem Album befinden sich natürlich alle großen Erfolge der Musikerin. Für die Aufnahmen hat sich Frau Ford mit einigen namhaften Musikern umgeben: an Schlagzeug saß Jimmy DeGrasso (Ex-Megadeth, Ex-Alice Cooper,  Ex-White Lion), die Gitarren bedienten Joe Taylor (Doro Pesch) und Glen Burtnik (Ex-Styx), zudem befanden sich Phil Chem (Bass) und David Ezrim (Keyboards) im Line Up. Lita selbst sorgte für den Gesang und bediente die dritte Gitarre. Mit einem solchen Ensemble fällt es dann natürlich nicht schwer, die einzelnen Tracks dynamisch umzusetzen.

Und so merkt man beim Zuhören schnell, dass Lita Ford zwar in der letzten Zeit keine Platten mehr veröffentlicht, den Spaß an der Musik hat sie aber keineswegs verloren hat. Die vierzehn Songs klingen so frisch, als seien sie eben erst komponiert worden. Dass Lita Ford ihre beiden Instrumente (Stimme und Gitarre) noch immer so gut beherrscht wie in guten alten Zeiten, merkt man beim Hören der CD schnell und so ist „Greatest Hits Live“ ein grundsolides, bisweilen begeisterndes Hardrock-Album geworden, das wieder einmal zeigt, dass sich Rockmusikerinnen ihr Dasein sicherlich nicht im Schatten ihrer männlichen Kollegen fristen müssen.
 

Tracklisting
1. Nobody’s Child
2. Larger Than Life
3. What Do You Know About Love
4. Black Widow
5. Holy Man
6. Can’t Catch Me
7. Falling In And Out Of Love
8. Bad Love
9. The Ripper
10. Close My Eyes Forever
11. Shot Of Poisen
12. Hungry
13. Kiss Ma Deadly
14. Rock Candy