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Truth Beyond... Morbis Records/SPV 085-09352 (VÖ: 17.03.03) Blood
Die folgenden Zeilen möchten wir mit einem gut gemeinten Rat an alle Kuschelrock-Freunde einleiten: Solltet ihr zur Fraktion derer gehören, die die Scorpions schon für brachial halten, dann werdet ihr mit den hier vorgestellten Tonträgern nur wenig Freude haben. Mehr noch, sie dürften einen wahren Kulturschock für euch darstellen. Denn Neuraxis und Blood, die beiden Combos, denen wir uns nun etwas eingehender widmen möchten, zählen zu den wahrhaft brachialen Vertretern ihrer Zunft. Sie haben sich beide dem Death-Metal verschrieben und dennoch klingt ihre Musik recht unterschiedlich (was eindrucksvoll beweist, dass extrem harter Metal nicht zugleich tumbes Geknüppel sein muss). Aber schön der Reihe nach... Schauen wir zunächst über den großen Teich, lassen aber die USA vollkommen unbeachtet. Unser Interesse richtet sich auf den nördlichen Nachbarn des Bushlandes, wir wenden uns Kanada zu. Hier hat Neuraxis, eine Band, die seit fast zehn Jahren ihr musikalisches Unwesen treibt, ihr Wurzeln. Darüber, welche Musik sie zu spielen gedächten, gab es innerhalb der Band nie Zweifel: Metal sollte es sein, und zwar von der brutalsten Sorte. Schnell wandte man sich den Death Metal zu, dem die Jungs zunächst noch eine höchst eigene Grindcore-Note hinzufügten. Im Laufe der Zeit (und diverser Line-Up-Wechsel) kristallisierte sich aber ein etwas verfeinerter Stil heraus. Der Death Metal des härteren Kalibers bildet hierbei noch immer die Grundlage des Geschehens. Da das schnelle Geknüppel der frühen Tage die Musiker aber nicht mehr vollkommen zufrieden zu stellen vermochte, legten Neuraxis zunehmend Wert auf eine gewissen Melodiosität ihrer Songs. Und siehe da, ein ganz eigenen Stil war gefunden. Es wechseln rohe und brachiale Passagen mit melodiöseren Momenten ab, die ganze Musik hat einen melodiösen Unterbau bekommen. Hinzu kommen noch die enormen technischen Fähigkeiten aller beteiligten Musiker. Die zwölf Songs ihres aktuellen Albums „The Truth Beyond...“ folgen allesamt diesem Kompositionsmodell. Und so halten die Fans schließlich ein ultrahartes, aber abwechslungsreiches, ein brutales, aber trotzdem melodiöses Death Metal Meisterwerk in den Händen, das man sich unbedingt zulegen sollte. Noch länger als
Neuraxis treibt es Blood schon in der Szene umher. Die Ursprünge der
Combo gehen bis ins Jahr 1986 zurück. Dort erblickte im unschuldigen
Rheinstädtchen Speyer diese Formation das Licht der Welt, die
sich zunächst als Fun-Noise-Kapelle verstand. Laut sollte es sein,
vielleicht auch brachial, und vor allem Spaß sollte es machen. Mit
den Jahren wendete man sich immer mehr dem Death Metal zu – der Fun-Faktor
rückte zugunsten von kompromissloser Brachialität ein wenig in
den Hintergrund. Ein ganz eigener Stil war schließlich gefunden,
als sich zum Death Metal noch Elemente des Grindcore gesellten. Blood wussten
sich fortan durch exzellentes Riffing, atemberaubende Drumattacken und
mark- und beinerschütternden Gesang in der Szene einen wohlklingenden
Namen zu machen. Mit „Dysangelium“ liegt nunmehr ihr siebter regulärer
Tonträger vor (zusätzlich gibt es noch diverse Demos) und
hier geht es Schlag auf Schlag, Ganze 21 Tracks haben die Jungs auf den
Silberling gebannt, mit denen sie eindrucksvoll demonstrieren, wo der Hammer
hängt. Blood gehen hier noch ein Stück heftiger zu Werke es Neuraxis
mit ihrem Album. Wer bereit ist, sich auf diese ultraharten Klänge
einzulassen, bekommt mit „Dysangelium“ exzellentes Futter für die
gequälten Gehörgänge geliefert.
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