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Wild Spells (& How It All Began) Sireena 2007 Spätestens gegen Ende der 60er Jahre setzte bei den Jugendlichen ein wahrer Boom ein. Jeder, der ein Instrument auch nur richtig herum in den Fingern halten konnte, versuchte eine eigene Band – damals noch „Gruppe“ genannt – zu gründen. Inspiriert vom Erfolg vieler Beat-Combos träumte man überall von Erfolg und Ruhm. Kelleräume und Dachböden mussten als Proberäume herhalten und auch die elterlichen oder flugs gemietete Garagen waren vor den "Beatniks" nicht sicher. Da wurde experimentiert, gelernt und geschrammelt, was das Zeug hielt – eine Menge Schrott entstand (und wurde bisweilen höchstens auf billigen Kassettenrekordern dokumentiert) , aber auch wirklich gute Musik. Die Locations, wo viele der Bands ihren Weg begonnen hatten, standen so auch für eine Richtung innerhalb der Rockmusik, dem Garagenrock, Pate. Garagenrock, das steht für ungezügelte Spielfreude, Kreativität, Experimentierfreude und bisweilen halt auch Geschrammel. Oder etwas freundlicher ausgedrückt: Technische Versiertheit war nicht unbedingt das wichtigste Kriterium für den Bestand dieser Musik. Die Shiny Gnomes hätten gut und gerne eine dieser Garagenrock-Gruppen aus der Hoch-Zeit der Beatmusik sein können. Hätten sie, aber sie waren es nicht, denn diese Band wurde erst zu Beginn der 80er Jahre gegründet. Hier stellte sich die späte Geburt dann wirklich als Gnade heraus, denn so stach die Nürnberger Combo mit ihren dreckigen Psychedilic-Rock/Pop deutlich aus den anderen neuen deutschen Bands, die ihr Heil im damals angesagten Synthie-Pop suchten, hervor. Und siehe da, mit ihren Debut „Wild Spells“ gewannen die Gnomes direkt den „Förderpreis der Stadt Nürnberg“. Was folgte waren sieben weitere Alben, diverse Singles und eine erfolgreiche Zeit als eine der wenigen gefragten deutschen Underground-Bands. Nun ist bei Sireena die Neuauflage des legendären Debutalbums erschienen. Und wie es mittlerweile bei Re-Releases lieb gewordene Tradition ist (zumindest, wenn sie etwas taugen), befinden sich noch einige schöne Bonustracks auf dem Silberling. Da sind zunächst die drei Songs der ersten Single „Sexmaniac“ zu nennen. Die sechs folgenden Stücke sind besonders für Fans und Sammler interessant, handelt es sich hierbei doch um Versionen von „Wild Spells“-Tracks, die von den Vorgängerbands der „Shiny Gnomes“ schon eingespielt worden waren. Da lacht das Sammlerherz! Außerdem weist „Wild Spells (& How It All Began)“ feine Liner-Notes auf, denen man einiges Interessantes zur Geschichte der Gnomes entnahmen kann und auch ein Märchen bekommt der Fans geliefert. Das allerdings ist auf einen derartig psychedelischen Hintergrund gedruckt, dass man es wahrscheinlich nur unter Zuhilfenahme diverser Rauschmittel wirklich entziffern kann. Insgesamt haben wir es also mit einen rundum gelungenen Werk, einer tollen Wiederveröffentlichung eines guten Albums zu tun. Wer sich für Rockmusik Made in Germany interessiert, kommt an der Scheibe wohl kaum vorbei. |
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