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Wishbone Ash
Bona Fide
Bellaphon/Bacillus 9725225
Illuminations
Bellaphon/Talking Elephant TECD 012

Wishbone Ash zählen sicherlich zu den ganz großen Bands der 70er Jahre. Ja man kann sie zweifelsohne in einem Atemzug mit den Rock-Dinosauriern wie Deep Purple oder Jethro Tull nennen.

Kennzeichnend für den Wishbone Ash Sound ist der sogenannte „Twin Lead Guitar Sound“, eine Musik also, die durch die beiden genial harmonierenden Leadgitarren geprägt wird. Alben wie das selbstbetitelte Debüt, „Pilgrimage“ oder die Live Doppel-LP „Live Dates Vol. 1“ begründen in erster Linie den Ruhm der Band. Sie bieten komplex arrangierte Songs, die trotzdem Ohrwurmqualitäten aufweisen und ihre Wurzeln im Blues haben.

Wie so viele Rockdinos hatten auch Wishbone Ash ab Ende der 79er Jahre heftig zu kämpfen. Sie gaben zwar nie auf (ändern jedoch häufig ihr Line-Up und hatten zeitweise nur noch rudimentär mit der eigentlichen Band zu tun), doch ihre Popularität ließ stetig nach. Als dann in den 90ern Bands wie Deep Purple wieder größere Erfolge feierten, wurde auch das Interesse an Wishbone Ash erneut größer – auch wenn die Band nie wieder so viele Anhänger begeistern konnte, wie in ihrer Hoch-Zeit.

Auf jeden Fall veröffentlichten die unterschiedlichen Inkarnationen der Band weiterhin fleißig Alben, die man allerdings nicht immer als gelungen bezeichnen kann. So zählt das 99er Werk „Bare Bones“ sicherlich zu den düsteren Kapiteln der Bandgeschichte. 

Da durfte man nun schon mal auf das nächste Studiowerk gespannt sein. Das liegt nun mit „Bona Fide“ vor und es liegen Galaxien zwischen dem verunglückten „Bare Bones“ und dieser Scheibe. Ob es daran liegt, dass Wishbone Ash hier wieder elektrisch verstärkt zu Werke gehen, bleibe dahingestellt, was zählt ist, dass diese Platte wirklich begeistert.

Die Band geht hier schnörkellos und kraftvoll in die Vollen. Den unverwechselbare Gitarrensound ist plötzlich wieder da und auch das untrügerische Gefühl für gute Songs hat sich erneut eingestellt. Man muss nur die ersten paar takte des Openers „Allmighty Blues“ zu hören, um mitgerissen zu werden. In der Folgezeit lässt das Album den Hörer dann einfach nicht mehr los. Eine großes Highlight markiert das knapp sechsminütige „Faith, Hope And Love“ bei dem sich Ben Granfeld und Andy Powell als begnadete Songwriter und nicht minder grandiose Gitarristen darstellen.

Insgesamt bietet „Bona Fide“ eine gute Dreiviertelstunde hochkarätigen, gitarrendominierten Bluesrock, wie wir ihn so lange nicht mehr genießen durften. Kein Zweifel – Wishbone Ash sind wieder da, sie melden sich mit einem Paukenschlag im Kreise der Dinos zurück.

Neben diesem brandneuen Album gibt es auch eine Wiederveröffentlichung aus dem Hause Wishbone Ash zu vermelden. Das 96er Album „Illuminations“ kann man getrost auch zu den gelungener Werken zählen, wenngleich es nicht so zu begeistern vermag wie die aktuelle Platte. Auch  hier finden wir wieder alle Zutaten, die wir an der Band schätzen. 

Die CD kommt im Original-Artwork und mit einen Bomustrack, dem Instrumental „The Crack Of Dawn“ daher. 

Tracklisting
1. Almighty Blues (5:23)
2. Enigma (4:09)
3. Faith, Hope And Love (5:53)
4. Ancient Remedy (4:48)
5. Changing Tracks (4:16)
6. Shoulda, Woulda, Coulda (3:59)
7. Bona Fide 
(3:05)

8. Difference In Time (4:28)
9. Come Rain, Come Shine (6:07)
Tracklisting
1. Mountainside (5:57)
2. On Your Own (5:29)
3. Top Of The World (6:39)
4. No Joke (6:44)
5. Tales Of The Wise (10:04)
6. Another Time (5:21)
7. A Thousand Years (4:03)
8. The King (4:33)
9. Comfort Zone (4:25)
10. Mystery Man (4:26)
11. Wait Out The Storm (3:42)
12. The Crack Of Dawn (3:14)