Montag, 25 April, 2005
80s Metal At Its Best
Eine Schwalbe macht noch keinen Sommer, heißt es so schön. Daher werde ich mich an dieser Stelle hüten, bereits von einem Revival des guten alten 80er-Jahre Metal zu sprechen. Freuen darf ich mich aber trotzdem, denn es gilt, zwei weitere feine Hardrockscheiben zu feiern.
Da kann ich zunächst auf eine Band zurückkommen, die bereits im März Thema auf diesen Seiten war. Die Rede ist natürlich von Quiet Riot. Die Jungs haben, wie man weiß, vor allem in den achtziger Jahren eine überragende Rolle in der Metal-Szene gespielt und zählten damals zu den großen Stars des Genres. Nach der Veröffentlichung von „New And Inropved“, dem Remake des 1998 erschienenen Albums „Alive And Well“, kommt Demolition Records nun mit einem ganz besonderen Leckerbissen auf den Markt. Unter dem Titel „Live & Rare Vol.1“ veröffentlicht das Label Live-Aufnahmen aus den Jahren 1983 und 84, der Zeit also, als Quiet Riot sich auf den Gipfel ihrer Popularität befanden. Warum das so war, zeigt diese CD (übrigens die erste offizielle Live-CD der Band überhaupt) eindrucksvoll. Hier war eine mit allen Wassern gewaschene Band am Start, die es wunderbar krachen lassen konnte, aber auch ein Gespür für eingängige Hooklines und große Melodien bewies. Alles Zutaten, aus denen man ein mitreißendes Rockkonzert brauen kann. Die CD versammelt 12 Songs, darunter drei Demo Tracks aus dem Jahr 1981. Natürlich enthält sie in die großen Hits der Band wie „Metal Health“ oder das Slade-Cover „Cum On Feel The Noize“.
Und weil man auf einem Bein schlecht stehen kann, schickt Demolition Records direkt noch ein zweites großartiges Album ins Rennen. In den folgenden Zeilen soll es um eine Band namens Y&T und deren aktuelles Werk mit dem Titel „UnEarthed Vol. 2" gehen. Ich muss gestehen, dass mir die Combo bislang noch wirklich ein Begriff war. Allerdings bin ich froh, sie nun entdeckt zu haben, denn auch sie bietet 70er/80er-Jahre Metal in Reinkultur. Insbesondere die etwas schwerfälligeren Songs und Balladen offenbaren die ganze Klasse dieser Gruppe. Eine gehörige Portion Düsterkeit, ein wenig Melancholie und die nötige Härte stellen doch immer noch die richtige Mischung für hochklassige Rockballaden dar. Die Songs kommen dennoch energiegeladen daher und nicht so wischi-waschi wie viele Möchtegern-Balladen heutzutage. Natürlich können die Jungs aus San Francisco es auch eine Gangart schneller, ihre Stärken liegen aber eindeutig im Midtempo-Bereich. Großartiger Gesang und wunderbare Gitarren kennzeichnen darüber hinaus den Sound von Y&T. „UnEarthed Vol. 2" ist der zweite Teil einer Serie von Compilations, die altes, bisweilen noch nie veröffentlichtes Material der Band aus San Francisco enthält. Solche Veröffentlichung freue natürlich nicht nur eingefleischte Fans, sondern auch Neulinge können sich so ein prima Bild machen. Mich hat diese Scheibe auf jeden Fall zu einem Fan von Y&T gemacht - und es wird euch wahrscheinlich genauso ergehen, wenn ihr das Album hört.
Quiet Riot: Live & Rare Vol. 1; Demolition Records
Y&T; UnEarthed Vol. 2; Demolition Records
Montag, 18 April, 2005
Magische Jamsessions
Vor gar nicht allzu langer Zeit hatte ich das Vergnügen, an dieser Stelle das Loblied auf die musikalische Improvisationskunst singen zu dürfen. Damals ging es um eine Post-Krautrock-Band namens Space Debris - man wird sie sicherlich erinnern. Es und nun, nur wenig später, landet ein weiteres Beispiel für diese hohe Kunst auf meinem Schreibtisch beziehungsweise in meinem CD-Player.
Heute möchte ich mich mit einer weiteren deutschen Band, den Mars Mushrooms, beschäftigen. Auch hier ist der Name ein Stück weit Programm. Man findet sowohl spacige Passagen in der Musik, als auch Anleihen bei psychedelischen Sounds. Ein wesentlicher Bestandteil, insbesondere ihrer Konzerte, sind auch hier die Improvisationen. Nicht umsonst zählen die Mars Mushrooms zu den erklärten Lieblingen der deutschen Grateful Dead Anhänger. Auch international wurden bereits erste namhafte Gruppen auf die Band aufmerksam. So wurde man als Support Act für u.a. Gov’t Mule verpflichtet, was durchaus als internationaler Adelsschlag verstanden werden darf.
Wird man sich nun das aktuelle Album der Band, »Transparent Eyeball« an, merkt man schnell, dass man es hier mit einer ganz besonderen Combo zu tun hat. Die 11 Songs auf dem Album stehen auf einem soliden Rockfundament, kommen im weiteren aber sehr variabel daher. Da findet man funkige Passagen, psychedelisch Abgedrehtes, mal wird es beinahe ein wenig folkig und dann kann es auch wieder mächtig und verzerrt zur Sache gehen. Über allen Sounds schwebt dabei immer wieder eine wunderbare Hammondorgel, die der Musik einen feinen Retro-Touch verleiht. Instrumente wie das Didgeridoo oder Dan Moi sorgen für einen Hauch von Exotik und tragen nicht unwesentlich dazu bei, dass die Musik der Mars Mushrooms zu einem interessanten Hörerlebnis wird.
Für mich stellt » Transparent Eyeball« eine der ersten ganz großen musikalischen Überraschungen in diesem Jahr dar. Ich bin froh, dieses großartige Album zu besitzen und kann es jedem Musikfan nur wärmstens empfehlen.
Mars Mushrooms: Transparent Eyeball; bibi records/FENN Music
Weitere Infos zur Band gibt es hier.
Donnerstag, 07 April, 2005
Judith Holofernes im Gespräch
Interviewtermine sind für Bands wahrlich kein Zuckerschlecken. Der gilt es, den lieben langen Tag die gleichen Fragen mit der gleichen (vorgetäuschten) Begeisterung zu beantworten. Und so unterscheiden sich die gedruckten Niederschriften dieser Promotiongespräche später inhaltlich nur unwesentlich voneinander. Dennoch gibt es wichtige Unterschiede, denn nicht jeder Musikjournalist vermag die richtigen Fragen zum richtigen Zeitpunkt zu stellen und somit ein flüssiges Gespräch in Gang zu halten. Ulf Lippitz hat dies bei seinem Gespräch mit Judith Holefernes von »Wir sind Helden« geschafft. Sein Interview wurde heute in der Onlineausgabe des »Spiegel« veröffentlicht. Jeder, der sich für die Band interessiert, wird es sicher gerne lesen.Livemusik für die PopKomm
Die Online-Ausgabe der "Schwäbischen Zeitung" meldete gestern unter Berufung auf die Presseagentur "dpa":
Berlin (dpa) Die Musikmesse Popkomm, die in diesem Jahr vom 14. bis 16. September in Berlin stattfindet, hat die ersten Bands für das Publikums-Festival verpflichtet. Das Programm werde den weltweiten Trend zu mehr handgemachter Live- Musik widerspiegeln, teilten die Popkomm-Veranstalter mit.
Gebucht wurden unter anderem Maryland aus Finnland, Hobotalk aus Schottland und EL*KE aus Berlin. Singer/Songwriter-Themen und die Orientierung am Jazz spielten dieses Jahr eine zentrale Rolle. «Die Menschen wollen wieder mehr echte Bands hören, und die Bewerbungen zeigen uns, dass der enormen Nachfrage auch ein höchst attraktives Angebot von vielen, vor allem jungen Bands aus Europa, den USA und Japan gegenübersteht», sagte Festival-Manager Dirk Schade.
Mehr Infos gibt's hier: www.popkomm.de
Und zur "Schwäbischen Zeitung" geht es hier.
Mittwoch, 06 April, 2005
DeutschPop - Chance für neue Bands?
Folgende Pressemeldung des neu gegründeten Labels "DeutschPop" erreichte mich soeben. Ich dokumentiere den Text hier im Wortlaut:
Das neue Label "DeutschPOP-musik für deutschland" sucht neue Musik
und Künstler aus Deutschland für Deutschland in deutscher Sprache.
Es sprießen wieder einige kleine Musikpflänzchen in deutscher
Sprache im Musikwald, aber alles in allem wurde in den vergangenen
Jahrzehnten eine fast komplette Rodung in der deutschsprachigen
Popmusik betrieben. Wir möchten etwas für Deutschland tun und sind
der Meinung, dass ein Land welches wieder selbstbewußt und
erfolgreich sein will auch wieder Musik in der eigenen Sprache
braucht.
Aus diesem Grund haben wir das Musiklabel "DeutschPOP - musik für
deutschland" gegründet und sind hierfür auf der Suche nach neuen
Bands, Künstlern, Sänger/Liederschreibern, Liedermachern, Musikern,
Konzertagenturen und vielen anderen, die daran mitarbeiten wollen,
eine eigene deutschsprachige Musiklandschaft aufzubauen.
Unser Ziel ist es das Label DeutschPOP zu einer Plattform und
Forum für deutschsprachige Musik zu machen.
Wer also PopMusik in deutscher Sprache machen möchte, oder uns
dabei unterstützen will, soll sich bei uns melden.
Informationen sind auf unserer ersten Internetseite
www.deutsch-pop.de zu finden.
